FAQ – Lernzeit statt Hausaufgaben
❓ Warum schafft die Schule die Hausaufgaben ab?
Unsere Schule stellt auf Lernzeiten um, weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben:
* Die meisten Kinder besuchen den Ganztag
* Hausaufgaben werden oft ohne Unterstützung erledigt
* Die Voraussetzungen in den Familien sind sehr unterschiedlich
👉 Deshalb verlagern wir das Lernen bewusst in die Schule – dorthin, wo Kinder begleitet werden können.
❓ Bedeutet das, dass mein Kind weniger lernt?
Nein.
👉 Ihr Kind lernt gezielter und mit Unterstützung.
Statt Aufgaben nur zu erledigen, arbeitet es an klaren Lernzielen und bekommt Rückmeldung.
❓ Was passiert in der Lernzeit?
In der Lernzeit:
* arbeiten die Kinder an individuellen Lernzielen
* wählen passende Aufgaben oder Projekte
* üben, forschen, gestalten oder wiederholen
* präsentieren ihre Ergebnisse
👉 Lernen wird sichtbar gemacht, z. B. durch Plakate, Vorträge oder kreative Produkte.
❓ Gibt es gar keine Hausaufgaben mehr?
Es gibt keine verpflichtenden Hausaufgaben mehr (Ausnahme ab Klasse 4)
Was weiterhin sinnvoll ist:
* regelmäßiges Lesen
* Gespräche über das Gelernte
* freiwilliges Üben
👉 Eltern bleiben wichtige Lernbegleiter – aber ohne Druck.
❓ Wie weiß ich, was mein Kind kann?
Sie erhalten Einblick durch:
* Rückmeldungen der Lehrkräfte
* Gespräche über Lernfortschritte
* Präsentationen Ihres Kindes
👉 So sehen Sie nicht nur, was Ihr Kind gemacht hat, sondern was es wirklich kann.
❓ Wird es nicht zu „frei“ für die Kinder?
Nein.
Die Lernzeit verbindet:
* klare Ziele
* verbindliche Strukturen
* individuelle Lernwege
👉 Kinder lernen, Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen.
❓ Üben die Kinder noch genug (z. B. Lesen, Rechnen)?
Ja.
Übung ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil – aber:
👉 sie findet in der Schule und begleitet statt.
Zeiten für Hausaufgabenkontrollen werden zur Übungszeit.
So können wir sicherstellen, dass Inhalte verstanden werden.
❓ Mein Kind braucht klare Vorgaben – klappt das trotzdem?
Ja.
Die Lernzeit bietet:
* feste Zeiten
* klare Ziele
* strukturierte Abläufe
👉 Gleichzeitig können wir besser auf individuelle Bedürfnisse eingehen.
❓ Was ist mit Kindern, die mehr schaffen oder schneller sind?
Diese Kinder bekommen:
* weiterführende Aufgaben
* eigene Projekte
* Möglichkeiten, anderen etwas zu erklären
👉 So werden sie stärker gefordert als durch standardisierte Hausaufgaben.
❓ Was ist mit Kindern, die mehr Unterstützung brauchen?
Diese Kinder profitieren besonders:
* direkte Hilfe durch Lehrkräfte
* Lernen in kleinen Schritten
* weniger Überforderung zuhause
👉 Lernen wird gerechter.
❓ Welche Rolle habe ich als Elternteil?
Sie können Ihr Kind unterstützen durch:
* Interesse am Lernen
* Gespräche über den Schultag
* gemeinsames Lesen
* Ermutigung
👉 Wichtig: Lernen soll nicht zur täglichen Belastung werden.
❓ Wie wird Leistung bewertet?
Leistung wird weiterhin beurteilt. -> nicht in den Lernzeiten / ehemals Hausaufgaben
Neu ist:
* stärkerer Blick auf Lernentwicklung
* Rückmeldungen statt reiner Kontrolle
* mehr Einblick in individuelle Fortschritte
❓ Wann startet das neue Konzept?
Die Umstellung ist zum kommenden Schuljahr geplant.
👉 Das Konzept wird im Kollegium erarbeitet und regelmäßig weiterentwickelt.
❓ Was passiert, wenn etwas nicht funktioniert?
Dann passen wir es an.
👉 Die Lernzeit wird regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt – gemeinsam mit Kindern, Eltern und Lehrkräften.
Für weiter Interessierte - Studien belegen:
Große Meta-Analyse von Prof. Harris Cooper (Hausaufgaben haben keine messbaren Effekte auf den Lernerfolg)
Prof. Nina Kolleck: Hausaufgaben vergrößern Bildungsungerechtigkeiten
Uni Dresden: Hausaufgaben erzeugen Frust, Erschöpfung, Konflikte
Wittmann-Studie: Schulversuche belegen keine Verschlechterung der Leistung bei Wegfall von Hausaufgaben
👉 Unser Ziel:
Wir möchten, dass alle Kinder erfolgreich, selbstständig und mit Freude lernen können – unabhängig von ihren Voraussetzungen.